Ein Hotel ist ein Versprechen – für die besten Zeiten im Jahr.
Doch damit nicht genug – es muss auch jeden Tag einwandfrei funktionieren.
Vielleicht nicht ganz schnell. Bringen wir es auf einen gemeinsamen Nenner. Hotelarchitektur der Zukunft sieht die ecoTECTURA Crew als radikale Transformation hin zu einem lebendigen Resonanzraum. Dabei verschmelzen der Genius Loci und die Markenidentität zu einem unverkennbaren, physischen Erlebnis. Eine Hotelmarke sollte aus Prinzip regenerativ und technologisch unsichtbar sein. Die Architektur moderiert dabei die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Zonen unauffällig fließend.
Die Reise zum USP. Denn wer jeden ansprechen will, berührt niemanden.
Identity first.
Die Extraktion
der Marken DNA
Werte, Positionierung, Geschichten, Herkunft und Menschen – all diese Zutaten prägen alle Bereich der Hotel-Architektur. Der Designanspruch ist hoch, auch wenn ecoTECTURA kein eigenes Design-Vokabular hat. Denn jedes Hotel trägt die Handschrift der Menschen dahinter.
Wo entscheidet
sich ob ein Hotel
funktioniert
Natürlich sind alle Bereiche wichtig. Ein schönes Zimmer, eine tolle Lobby oder ein atemberaubender Infinity Pool. Doch einen wesentlichen Beitrag zum Gästeerlebnis liefern sehr oft die Momente dazwischen. Sowie andere Einflussfaktoren.
Etwa wenn der Gast sein Zimmer sucht, frühmorgens die Anlieferung die halbe Etage weckt. Oder das Personal täglich unsinnige Kilometer abspult und die Lobby in Stoßzeiten zur Bushaltestelle wird. Oh, auch der Yogaraum bleibt leer, weil er viel zu viele Einblicke gewährt – ungern besucht auch das Backoffice, weil es irgendwo eingequetscht wurde. Nein, das sind keine Kleinigkeiten. Das sind Situationen, die täglich Geld und gute Mitarbeiter kosten.
Neubau?
Was heute gebaut wird, muss morgen wachsen können.
Erfolgreiche Zukunft säen ist wahrlich nahe an der Kunst
Grüne Wiese? Zugegeben, das Maximum an Freiheit für Auftraggeber wie Hotelarchitekten. Aber genau diese trügerische Freiheit ist nicht nur eine Chance. Sie ist auch gleichermaßen Risiko. Wie auch immer – wir würden hier gerne die Pfade des Standards verlassen. Hier einige Auszüge aus dem ecoTECTURA-Manifest der Hotelzukunft.
Die Strategie des „Socializing"
Die klassischen Raumeinteilungen werden sich stark verändern. Hybride Zonen sind so zu programmieren, dass sie über den Tag hinweg unterschiedliche Beiträge zum Gästeerlebnis leisten können. Pulsierende Herzstücke des Miteinanders werden die Sehnsucht der Menschen für das soziale Leben stillen. Und an anderer Stelle im Hotel den totalen Rückzug ermöglichen.
Der „Reverse Genius Loci”
Den Geist des Ortes einfangen wird heißen, vertraute Materialien in eine radikale Formensprache zu bringen. Die Sichtachsen werden die Region noch mehr ins Blickfeld der Gäste rücken. Das Panorama etwa, das wichtigste Element der Dekoration, wird durch das unterschiedliche Tageslicht mehrmals neu inszeniert. Der Genius Loci gewinnt eindeutig an Bedeutung. Und das ist gut so.
Haptik in modularer Bauweise gelten als neue Optik
Materialien, die altern und sich in ihrem Lebenszyklus verändern dürfen. Der Spruch „Nichts ist in Stein gemeißelt" bekommt zukünftig eine ganz andere Qualität. Räume wie Materialien erzählen ihre Geschichten durch die Nutzung und Lebensdauer. Der neue Chic lautet "I love used things in a unique shape”.
Back-of-House
Der Neubau ist die ideale Voraussetzung, die notwendige Logistik in die Brand-Story zu integrieren. So bleibt das Notwendige an Organisation, Logistik und Technik für den Gast unsichtbar. Mit höchster Effizienz für die Mitarbeiter. Smarte Hotels integrieren etwa Automation tief in der Struktur, nicht als aufgesetzte Gadgets.
Cradle-to-Cradle
Der Rückbau oder die Umnutzung sind fixer Bestandteil der Planung. Das ist die ultimative Form der Verantwortung. Ökonomische und gestalterische Vernunft wird zur enkeltauglichen Speerspitze für verantwortungsvolle Hotellerie.
Energie als Ästhetik
Photovoltaik oder Geothermie-Lösungen sind ein wichtiger Teil der sichtbaren Hotelarchitektur und werden auch in Teilen des Hotels eine andere Art von Ausdruck und Sichtbarkeit finden.
Hotelumbau?
Die Königsdisziplin der regenerativen Idee.
Ein wichtiger Dialog mit der Vergangenheit. Und weiten Blick in die Zukunf.
Was ist schwerer als ein Neubau? Klar, der Umbau. Denn bevor die ersten Maschinen antanzen, braucht es eine klare Bewertung. Was gehört zur DNA der Hotelmarke? Was ist über die Jahre zum Ballast geworden? Und wo gibt es diesbezüglich Unsicherheiten? Detailfragen zu Statik oder Zukunftsfähigkeit der bestehenden Haustechnik sind Schwergewichte in der Entscheidungsfindung.
Statt Stückwerk sinnvolle Vereinigung
Bei der Analyse des Bestandes wird für erfahrene Umbau-Architekten schnell klar, wann welcher Bauabschnitt entstanden ist. Welche Materialien aus welchem Zeitraum stammen, welche Idee in der jeweiligen Phase der Antrieb war. Ein gesundes organisches Wachsen einer Hotelimmobilie ist in den meisten Projekten sichtbar.
Die Bestands-Anatomie
Im Spannungsfeld zwischen Genius Loci und der Substanz des Bestandes sind zwei wesentliche Fragen zu klären, die maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung eines Umbaus nehmen. Respektvoller Abbruch: Ein zukunftsorientierter Abbruch versteckt das Alte nicht, sondern inszeniert die historischen wie auch markenaffinen Charakterzüge als „Eyecatcher”. Nicht immer und überall. Aber ganz gezielt. Des Weiteren schafft ein scharfer Identitäts-Check Klarheit: Können Hotelmarke und Architektur Hand in Hand in die Zukunft gehen oder braucht es einen radikaleren Denkansatz?
Die Frage nach den Impact-Zonen in Umbau oder Sanierung
Prioritäten sind wichtig und vorab klar zu definieren. Investieren wir massiv in die Bereiche, die die Marke pushen, etwa durch einen Spa-Anbau, oder eine komplett neue Barsituation (Moments of Truth)? Oder reicht ein mutiger Teilumbau wie eine spektakuläre Fassade, um der Identität des Hauses einen neuen Glanz zu geben?
Technisches Re-Coring – die unsichtbare Effizienz
Energetische Sanierung etwa, kann auch als Design-Treiber verstanden werden. Neue Dämmung und neue Fenster werden benötigt? Idealerweise bekommt das Hotel dann ein neues Fassadengesicht. Summa summarum – auch wenn Handlungsbedarf nur in Teilbereichen besteht, sollten die Denkkreise breiter gezogen werden.
Brand-Infiltration kreiert Storys
Der Bestand hat meist “Ecken und Kanten", die man begradigen möchte. Wäre es nicht auch eine wunderbare Chance, genau diese „Unebenheiten” für ein starkes Storytelling zu nutzen? Der alte Dachstuhl, die schiefe Wand oder das krumme Eck? Alles eine Geschichte wert – oder nicht?
Der regenerative Kreislauf
Welche Materialien aus dem Abbruch können wieder verwendet werden? Das spart Entsorgungskosten und hat echtes Erlebnispotential. Idealerweise wird die Planung so angelegt, dass in zehn Jahren die Abrissbirne keinen Auftrag bekommt.
Hotelzubau?
Toll – jede Menge Fallen warten.
Eine Vermehrung der Zimmer hat tiefgreifende Konsequenzen.
Wow, zehn Zimmer mehr. Klingt wirtschaftlich attraktiv. Die richtige Frage ist: Welche Konsequenzen lösen diese Zimmer für den gesamten Ablauf im Hotel aus? Braucht es etwa mehr Liegen, einen größeren Frühstücksraum, eine höhere Küchenkapazität, weitere Lager und Parkplätze oder sogar zusätzliche Mitarbeiter. Ohne diese Details in voller Konsequenz durchzudenken, schafft ein Zubau mehr Probleme, als er Nutzen stiften kann. Es muss für die Zukunft gestalterisch, funktional und betrieblich eine Weiterentwicklung sein, die ein klares Ziel verfolgt: das Hotel besser zu machen.
Die Aufgabe und Wirkung eines Zubaus
Auch hier gilt es, vorab wichtige Fragen zu stellen. Braucht es Signature Suiten, einfache Raumerweiterungen für eine luftige Atmosphäre, einen Private Spa, der auch von außen begehbar ist, Zimmer, die eine wichtige Kategorie wie auch den Umsatz erweitern oder einen starken Impuls durch ein spezielles Wellness oder Sportangebot um die Identität und den Auftritt der Marke zu stärken?
Der Architekt meint – die Nahtstelle muss selbstverständlich wirken. Oder ein Highlight sein.
Gibt es ein Problem? Ja, denn jeder Zubau hat genau genommen zwei richtige Entscheidungen. Entweder fügt er sich harmonisch in das Gesamtbild des Bestandes ein, erweitert sozusagen das bestehende Angebot. Oder er erweitert durch Kontrast oder Provokation in Formen- oder Materialsprache das Hotel um die eine oder andere Facette. In jedem Fall muss das Gesamtbild an Spannung gewinnen, um das Hotel-Unikat wieder ein Stück mehr unkopierbar zu machen.
Die Chance für ein Marken-Upgrade nutzen
Mit jedem größeren Eingriff in das Bauwerk lohnt sich auch ein Blick auf die Marke. Was verändert sich aus der Sicht der Gäste? Macht es die Positionierung zur Speerspitze oder braucht es auch in der Markenarchitektur einen „Zubau"? Ergänzen neue Themen die Marke wie das Angebot? Und wo liegt zukünftig der Mehrwert im Gästeerlebnis? In jedem Fall schlägt jeder thematische Zu- oder auch Umbau ein neues Kapitel in der Historie des Hotels auf.
Aufstockung?
Das i-Tüpfelchen-Programm
Wer hoch hinaus will, muss in die Tiefe denken
Ein Hotel nach oben zu erweitern ist die anspruchsvollste Art. Nicht nur, weil am oberen Ende etwas hinzugefügt wird. Sondern weil dieser Zubau überall eingreift, was der Bestand zu bieten hat. Es fordert die Statik, den Lastabtrag und das Fundament. Alle Treppenhäuser, Aufzüge oder auch die Haustechnik wurden auf ein bestimmtes Volumen ausgelegt und gebaut. Wer aufstocken will, verändert nicht eine Etage. Er verändert das gesamte Haus.
ecoTECTURA prüft dazu den Bestand auf „Herz und Niere”. Was verträgt die Substanz und kann mitwachsen, was braucht eine Erneuerung oder muss gänzlich neu gedacht werden. Erst nach diesen Erkenntnissen kann eine profunde Planung sinnvoller weise beginnen. Denn das Haus nach oben weiter zu führen heißt in erster Linie, auf einer soliden Basis das Hotel in neue Sphären zu entwickeln.
Skyline-Shifting als ultimative Erweiterungschance im DACH Raum
Der Baugrund ist in den Top-Destinationen fast unbezahlbar oder kaufbare Flächen in sinnvollen Lagen einfach nicht mehr vorhanden. So bleibt, sofern es keine gesetzlichen Einschränkungen gibt, der Weg nach oben die einzige Option, Hotelanlagen zu erweitern. In solchen Fällen wird die oberste Etage zur vollendeten Krone des Gebäudes. Die wahrlich letzte Extrameile mit Ausblick.
Ganz oben gewinnen die Leichtgewichte. Fast immer.
Klar ist – wer über „oben” nachdenkt, muss über alle Lasten rechnen. Architektur und Hoteldesign stellen sich in diesem Prozess etwas demütig hinten an. Braucht es statische Tricks wie eine Stahlrahmenkonstruktion oder kommt man mit leichteren Materialien wie etwa Holz bei gleicher Traglast durch die Normen der Statik-Vorgaben? Natürlich spielt hier auch die Wirtschaftlichkeit eine sehr „tragende Rolle”.
Hinzu kommen noch einige „Nebenschauplätze“
Der Brandschutz kann, speziell im DACH Raum, für weitere Hürden sorgen. Etwa wenn man in eine andere Gebäudeklasse springt. Reichen die Treppenhäuser und Aufzüge aus, braucht es ein außenliegendes Fluchttreppenhaus oder eine Druckbelüftungsanlage. Auch die ESG Vorschriften und die Energiegewinnung kommen hier immer mehr ins Spiel.